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Streikende Ärzte vor dem Klinikum Bremen Mitte am 26.05.2010

Nachrichten

Ende des Tarifstreits VKA 2010

(09.06.2010)

Vielen Dank an die Mitglieder für das Engagement!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

allen, die in den harten Tagen des Streiks durch ihren umsichtigen, aber auch mutigen Widerstand mitgeholfen haben, dass wir Ärztinnen und Ärzte weiter selber unsere Arbeits- und Tarifbedingungen verhandeln können, möchten wir danken. Wir sprechen sicher im Namen aller, wenn wir dabei ganz besonders den örtlichen Streikleitern danken, die an machen Tagen einem hohen Druck standhalten mussten und dabei viel Verantwortung übernommen haben. Sie alle waren und sind auch ein Vorbild für diejenigen, die schon resigniert hatten und nicht mitkämpfen wollten. Viele wollten, aber konnten aus verschiedenen Gründen nicht mitmachen. Ein Hauptgrund war, dass in vielen Kliniken die Stellenbesetzung schon ohne Streik oft nur Notdienstniveau hatte. Dennoch hat der Zusammenhalt aller einen Streik ermöglicht, der effektiv war, ohne die Patienten zu gefährden.

Der erreichte Abschluss hat aus unserer Sicht die wesentlichen Ziele erreicht: Neben deutlichen Verbesserungen bei der Vergütung für Nacht- und Bereitschaftsdienste wurden auch Verbesserungen bei den Stufenaufstiegen in EG I und II erreicht. Die Stundenentgelte für die Bereitschaftsdienste werden gerade in EG I und II spürbar verbessert, für alle Nachtarbeitsstunden (Regelarbeit und Bereitschaftsdienst) gibt es 15% Zuschlag und der Zusatzurlaub für Nachtarbeit ist endlich auch für Bereitschaftsdienste abgesichert. In EG I werden die Stufenlaufzeiten von Stufe 3 auf 4 und Stufe 4 auf 5 verkürzt auf 12 Monate, in EG II wird eine zusätzliche 6. Stufe eingeführt. Damit haben auch Fachärzte mit viel Berufserfahrung Perspektiven.

Als zusätzliche Möglichkeit können (freiwillig) leistungs- oder erfolgsorientierte Prämien vereinbart werden. Hierfür wurde die Förderung von Fortbildungsmaßnahmen explizit benannt. Wir werden hier in der nahen Zukunft sicher auch mit den Arbeitgebern besprechen, was hier für Bremer Kliniken in Frage kommen könnte. Mitglieder sollten sich im Falle eine individuellen Vereinbarung vor Abschluss beim Marburger Bund beraten lassen.

Die lineare Erhöhung von 2% ist sicher sehr maßvoll, aus unserer Sicht aber angemessen in der gegenwärtigen Situation, vor allem im Hinblick auf die oben erwähnten deutlichen Verbesserungen. Erfreulich gegenüber den vorherigen Vorstellungen des kommunalen Arbeitgeberverbandes ist auch die nunmehr konsentierte kürzere Laufzeit (bis Ende August 2011).

Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes wird am Samstag, den 12.6. in Berlin zusammenkommen, um über die erreichte Tarifeinigung zu entscheiden. Wir werden aus Bremen dieser Einigung zustimmen.

Darüber hinaus werden wir mit der Gesundheit Nord weiter im Gespräch bleiben, um lokal weitere arztspezifische Regelungen zu besprechen bzw. entsprechende Gespräche fortzusetzen. Neben der Regelung von standortübergreifenden Tätigkeiten werden insbesondere zuverlässige Weiterbildungsstrukturen und -rotationen sowie Arbeitszeitplanungen und -regelungen die Themen sein. Sinnvoll wäre es, auch für das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide weitere Mitgestaltungsmöglichkeiten auszuloten.

Ihr

MB-Landesvorstand Bremen

http://mb-bremen.de/index.shtml , zuletzt geändert 17. 06. 2010